Küche der Achtsamkeit

Kreativ kochen, möglichst wenig verschwenden und gesund essen

Ich habe wieder mal den Kühlschrank ausgemistet und leider musste ich einige unschöne Entdeckungen machen. Reste in Gläschen, die vor sich hinschimmelten, Gummikarotten und anderes welkes Gemüse. Es macht mich immer traurig, wenn ich Lebensmittel wegwerfen muss.

Ich bemühe mich nach dem Prinzip der verfügbaren Mittel zu kochen und die Reste einzubauen und möglichst gut zu verwerten.

Küche der Achtsamkeit von Taina guedes

Dabei bin ich auf das Buch „Die Küche der Achtsamkeit“ von Taina Guedes gestoßen. Sie wurde vom japanischen Wort „Mottainai“ inspiriert, das aus dem Buddhismus kommt. Es bedeutet einerseits wiederverwenden und -verwerten, reduzieren und andererseits ist es auch eine Form seine Dankbarkeit zu zeigen.

Auf Essen bezogen, bedeutet es Lebensmittel mit Bedacht auszuwählen, möglichst wenig Abfall zu produzieren, vermeintliche Abfälle zu verwerten und die Gerichte den verfügbaren Zutaten anzupassen. Wer beim Kauf gleich überlegt, wie die Zutaten, die bei einem Gericht übrigbleiben, weiterverwendet werden können, braucht insgesamt weniger einzukaufen.

Das geht am besten mit frischem Obst und Gemüse aus biologischem Anbau.

Gemüsereste werden zu Suppe

Die müden und meist schon etwas weichen Gemüsereste verarbeite ich gerne zu immer neuen Cremesuppen.

So habe ich zum Beispiel letztes Jahr die sehr köstliche „Get well soon Suppe“ für ein Infektopfer aus meinen „Küchenmisfits“ gekocht.

Ich nehme ungefähr ein halbes Kilo Gemüsereste wie etwa Karotten, Rote Rüben, Kohlrabi, Brokkoli(strunk), Karfiol, Lauch, Süßkartoffeln, Kürbis, Sellerie. Alles was übriggeblieben ist und schon ein bisschen mitgenommen aussieht. Dann schaue ich in die Obstschüssel, was da so vor sich hintrocknet und reift. Äpfel, Birnen, Bananen, Mandarinen, etc.

Weiters sondiere ich den Vorrat an Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer und nun wähle ich eine Kombination, die mir harmonisch erscheint.

Dann überlege ich mir, in welche Richtung ich es würzen möchte. Eher orientalisch mit Kreuzkümmel, Koriander, Safran, Muskat oder mediterran mit Basilikum, Thymian oder Rosmarin oder eher indisch mit Curry, Kurkuma, Chili oder ähnlichem.

Die Suppe baue ich wie folgt auf: Pflanzenfett erhitzen, Zwiebel anrösten. Grob gewürfeltes Gemüse dazu und anbraten, je nach Geschmack auch Knoblauch oder Ingwer beifügen. Mit ca. 1 Liter Gemüsefond oder Wasser aufgießen und Gewürze beimengen. Wenn die Suppe recht cremig und dick werden soll ist es günstig eine Kartoffel oder eine Handvoll Linsen mitzukochen.

Etwa zehn Minuten, bevor das Gemüse durch ist, füge ich je nach Verfügbarkeit und kreativem Einfall Apfel, Birne, Zitronensaft, Orangensaft oder Kokosmilch hinzu und püriere alles anschließend. Danach noch abschmecken und mit frischen Kräutern garnieren.

Suppenkocher AND SOYNoch einfacher geht‘s mit dem Suppenkocher von ANDSOY. Es reicht, alle Zutaten grob zu zerkleinern und mit Wasser aufzugießen. Mit dem Programm 2 ist die herrlich fein pürierete Cremesuppe in einer halben Stunde fertig. Während die Suppe kocht, verwandelt man Gemüsereste in Gemüsechips und backt sie für ca. 40 Minuten mit etwas Olivenöl, Salz und Gewürzen bei ca 150°C im Rohr. Am besten gleich als Fingerfood verspeisen oder als Suppeneinlage genießen.

Besonders gut als Einlage eignen sich angeröstete schwarze Sesamsaat, Kürbiskerne, Maroni oder Mandelblättchen. Wer die Suppe reichhaltiger mag, fügt blättrig geschnittene Avocado, Sauerrahm oder Räucherfisch hinzu. Reste von Quinoa, Reis oder Nudeln lassen sich natürlich auch als Suppeneinage verwerten.

Apropos Getreidereste, die lassen sich in Kombination mit Eiern und Gemüseresten zu Bratlingen, Frittata oder Salaten transformieren.

In der Küche der Achtsamkeit habe ich noch viele weitere ausgezeichnete neue Verwertungsmöglichkeiten von Resten gefunden.

Da wäre zum Beispiel der Karottenkuchen aus Karottenresten und das Pesto aus dem Karottengrün. So kommt die ganze Pflanze zum Einsatz.

Überhaupt werden die Stängel und Blätter von Roten Rüben, Karotten, Mangold oder Kohlrabi viel zu schnell entsorgt. Wenn es sich um Bioware handelt, können die Stengel gebraten werden, wie etwa von Mangold und Roten Rüben und die Blätter kurz blanchiert werden. Sie eignen sich gut als Suppeneinlage und enthalten wertvolle Inhaltsstoffe.

Wer sich von Taina Guede inspirieren lässt, wird schnell merken, dass sich aus allem was noch essbar ist, etwas zaubern lässt.

Gemüseschalen:

Haben Sie schon von Marmelade aus Kartoffelschalen oder von Chutney aus Melonenschalen gehört? Die normalerweise im Biomüll entsorgten Teilen lassen sich wunderbar verwerten.

Bei Taina Guedes kommen die Schalen von Gurke, Karotte, Rettich und Zucchini als Salat auf den Tisch oder als Fülle in vegetarische Sushis.

Wer es weniger exotisch möchte, verwendet die Schalen von Karotten, Sellerie, Rüben, das Ende der Lauchzwiebeln oder die Petersilienstengel für einen Gemüsefond. Dieser kommt in Schraubgläser und wird bei der Herstellung eines Risottos, einer Suppe oder eines Eintopfes zum Aufgießen verwendet.

Altes Brot

Das Thema „altes Brot“ finde ich besonders spannend.

Überall wo viel Brot gegessen wird, gibt es jede Menge Brotverwertungsrezepte. Ich sammle in einem Küchenkastel Brotreste und lasse sie gut durchtrocknen, bis sie steinhart sind. Wann immer ich faschierte Laibchen, Fleischbällchen oder Serviettenknödel mache, oder Croutons für die Suppe brauche, werden sie zu neuem Leben erweckt. Das tolle daran ist, dass die Brotreste lange lagerfähig sind und nur etwas Flüssigkeit brauchen, um sich wieder zu regenerieren.

In allen Ländern gibt es dafür traditionelle Rezepte wie Ofenschlupfer oder Brotsuppe in Deutschland, oder Salmorejo und Gazpacho in Spanien. In Italien verwertet man altes Brot beispielsweise als Brotsalat oder in der Ribollita. Die Ribollita ist eine Restesuppe aus Gemüse und Bohnen mit Broteinlage, die nach dem Wiederaufwärmen noch besser schmeckt. Von einem Italiener habe ich gelernt, dass man die harte Rinde vom Parmesan keineswegs wegwirft, sondern in der Suppe mitkocht, was das Aroma verstärkt.

Bei uns gibt’s mit dem Scheiterhaufen und dem Semmelschmarrn auch einige süße Varianten zur Verwertung von Brotresten.

Marmeladereste

Was machen Sie mit den Marmeladegläsern oder Senfgläsern, wo gerade noch ein kleiner Rest drin ist? Bevor Sie sich ärgern, weil das Glas so pickt und im Geschirrspüler nicht sauber wird, machen Sie doch eine Salatmariande damit. Füllen Sie Zitronensaft oder Essig, etwas Olivenöl oder Kürbiskernöl, Salz und Pfeffer dazu und schütteln Sie alles ordentlich durch. So entsteht eine Emulsion, die Sie nur noch über den Salat gießen müssen.

Wenn Sie das nächste Mal in Ihren Kühlschrank schauen und müdes, welkes Gemüse vorfinden, verwandeln Sie es in knackige Gemüsechips, eine herrlich mollige Gemüsesuppe, einen indischen Eintopf oder einen Karotten-, kürbis- oder Zucchinikuchen.

Werden Sie kreativ, probieren Sie neue Kombinationen und genießen Sie überraschende Geschmackserlebnisse. Die besonders guten lohnt es sich natürlich aufzuschreiben.  Ich freue mich sehr darüber, wenn Sie mit mir Ihre tollen neuen Kreationen teilen.

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Light my fire

Light my fire – das Feuer im Herzen

FeuerelementDas Herz stellt in der chinesischen Medizin das Kaiserorgan dar. Es regiert das Blut und die Blutbahnen und bewegt das Qi in den Blutgefäßen. Nur wenn ausreichend Blut produziert wird, fühlen wir uns fit und energiegeladen und können nachts gut schlafen.

Das Herz ist das geistig-spirituelle Zentrum des Menschen und der Sitz des Geistes, „Shen“. Dieser bildet die Verbindung des Menschen zum Kosmos und wird mit Intuition, Intellekt oder Geist gleichgesetzt. Er zeigt sich in den mentalen und intellektuellen Fähigkeiten des Menschen, in der Klarheit des Geistes, aber auch im sprachlichen Ausdruck der Wirkung auf andere Menschen. Ein starker Shen lässt Menschen besonders überzeugend auftreten, bedeutet gute sprachliche Ausdruckskraft und klaren Verstand.

Unter Tags reist Shen mit dem Blut und kann überall im Körper wirksam sein, nachts kehrt er zum Herzen zurück und kommt dort zur Ruhe.  Die Emotionen reisen mit dem Shen zu den Augen und offenbaren sich durch die Änderungen in der Lichtqualität der Augen. Gesunder Shen leuchtet durch die Augen, wie das Licht einer hellen Lampe.

Damit es dem Herzen und damit dem Geist gutgeht, müssen Qi und Blut in ausreichender Menge im Körper produziert werden und der Mensch muss ausreichend schlafen. Die Freude ist der natürliche Ausdruck des Herzens. Heiterkeit und Zufriedenheit tun dem Herzen gut, alle Emotionen die in Extreme umschlagen sind schädlich.

Leider gibt es viele Einflussfaktoren, die das Herz schwächen und den Geist stören. Der rasante Lebensstil in Kombination mit schlechter Ernährung und Bewegungsmangel führen zu vielen Beschwerden die das Herz und den Geist angreifen.

Wenn das Herz Feuer fängt

Stress, Überaktivität, ständige Bildschirmpräsenz, Schlafmangel, emotionale Belastungen, Alkohol- und Drogenkonsum sind Faktoren, die die Blut und Qi-Produktion stören und Hitze im Körper hervorrufen, denn Blut dient auch als Kühlflüssigkeit. Das führt zu Störungen des Herzens und des Geistes, die sich in Schlafstörungen, Herzrhythmusstörungen, Herzklopfen, Unruhe, starkem Schwitzen, vor allem nachts, Panikattacken, rastlosem Denken, Depressionen und anderen psychischen Störungen manifestieren können.

Diese Symptome zeigen, dass der Shen, nachts nicht im Herzen zur Ruhe kommen kann. Die Hitze zeigt sich an einem roten Zungenkörper und eine besonders rote Zungenspitze, zeigt Hitze im Herzen an. Je mehr das Feuer lodert, desto länger und spitzer wird die Zunge, fast wie eine Krampuszunge. Wenn auf der Zunge zusätzlich noch dicker gelber Belag und/oder ein Mittelriss sichtbar ist, wird die Nahrung nicht richtig resorbiert und es liegt auch eine Störung der Verdauungsorgane Milz/Magen vor. Der gelbe Belag zeigt, dass sich durch die Hitze Schleim bildet. Das ist sehr gefährlich, denn dieser Schleim manifestiert sich im Körper durch Ablagerungen (Arteriosklerose), verstopft die Blutbahnen und zeigt sich in erhöhtem Blutdruck und Cholesterinwerten.

Eine Änderung des Lebensstiles und der Ernährungsgewohnheiten kann viel bewirken und z.B. die Einnahme von Cholesterinsenkern, die oft erhebliche Nebenwirkungen haben, vermeidbar machen.

Damit das Herz nicht Feuer fängt

Stressreduktion, Entspannungsübungen, Meditation, Schlafenszeiten einhalten, Bildschirmarbeit reduzieren, Reizüberflutung vermeiden, regelmäßiger Aufenthalt in der Natur in gemütlichem Tempo, sanfte Bewegung (z.B. Qi Gong), soziale Beziehungen pflegen, sich selbst Freude bereiten, sind nur einige der Faktoren, die auf dem Gebiet der Lebensführung empfehlenswert sind.

Teresa von Avila hat in ihrem Ausspruch „Tu deinem Leib etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen“ zum Ausdruck gebracht, wie wichtig es ist, den Geist und das Herz auch physisch zu nähren.

Ernährungsempfehlungen:

Vermeiden von Lebens- und Genussmitteln, die im Körper Hitze und Feuchtigkeit erzeugen, wie etwa:

  • Alkohol, Nikotin, Kaffee, Suchtgifte
  • Scharfe Gewürze wie Chili, Ingwer, Knoblauch, Tabasco, Curries, Pfeffer, Zimt
  • Erhitzende und austrocknende Kochmethoden wie Grillen, scharf anbraten, sehr langes Schmoren, Backen, Rösten, Toasten, Trocknen, Pökeln, Suren
  • Süßigkeiten, üppige Brotmahlzeiten, große Mengen an Milchprodukten, Mehlspeisen, Weissmehlprodukte, Fertigmahlzeiten, Tiefkühlkost, Mikrowellenessen
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Fotolia © Stepfanie Frey

Ich empfehle saftige Kochmethoden und Qi-reiche Lebensmittel, die die Blut- und Säfteproduktion ankurbeln, sowie die Hitze ausleiten, wie etwa:

  • Lebensmittel die saftig und blutaufbauend sind: wasserhältige Gemüse wie Spinat, Mangold, Tomaten, Gurken, Auberginen, Paprika
  • Wurzelgemüse wie Petersilienwurzel, Karotten, rote Rüben
  • Fisch und Fleisch in kleinen Mengen saftig und sanft zubereitet (gedämpft, pochiert, in Suppe gekocht, nur kurz gedünstet)
  • Eier
  • Gute Fette und Öle verwenden, wie Olivenöl, natives Kokosöl, Butter, Leinöl
  • Rote, säuerliche Beeren und Früchte (Himbeeren, Erdbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, etc.), Goji Beeren (Bocksdornfrüchte), rote chinesische Datteln
  • Warme Mahlzeiten mit erfrischenden Zutaten und viel Flüssigkeit, z.b. Suppen, Kompotte
  • Beruhigende Tees, wie Rosenblüte, Melisse, Passionsblume, Verbene
  • Wenn sehr viel Hitze vorhanden ist, Bitterstoffe zu sich nehmen. Z.B. Brennnessel, Artischocke oder Löwenzahn Heilpflanzensaft. (maximal 2-3 Wochen als Kur, denn die kalten Bitterstoffe verletzen die Mitte).
  • Chinesische Kräutermischungen, die der Arzt individuell verschreibt, können bei akuten Beschwerden Abhilfe schaffen
  • Chinesische Heilpilze wie Mu-Err/Judasohr (Herzstärkend, Blutverdünnend), Maitake/Klapperschwamm (Cholesterinsenkend), Reishi/Ling Zhi (Herz-Kreislaufstärkend) empfehle ich als Nahrungsergänzung

Wer seinen „Shen“, zum Strahlen bringen und das Herz nähren möchte, kommt zum TCM Kochkurs am 21.6.2017 ins Kochstudio „die Pause“ am Spittelberg von 18-22:00h zum Thema: „Gesundes fürs Herz“.  Anmeldungen unter office@diepause.at.

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Liebesmittel aus der Küche

Lebensmittel, die die Sinne beleben

Was haben die Liebe und das Kochen gemeinsam?

Liebesmittel aus der Küche, frische Erdbeeren

Fotolia (c)manrinegirl

Für beides braucht es Leidenschaft, Fingerspitzengefühl und Ausdauer.

Liebe geht durch den Magen, sagt man und tatsächlich kann ein wunderbares Essen uns so zufrieden machen, wie ein gelungener Liebesakt. Ein tolles Essen spricht alle Sinne und unser Herz an.
 

Essen ist ein Akt der Selbstliebe oder eben auch das Gegenteil davon. Indem Sie Ihr Essen achtsam und mit Liebe zubereiten und mit Muße genießen, geben Sie sich selbst Wertschätzung. Verwöhnen Sie daher sich und Ihre Lieben mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln.

Jeden Tag treffen wir über 200 Entscheidungen bezüglich unserer Ernährung. Dabei spielen Emotionen ebenso eine Rolle wie Gewohnheiten, unsere Umgebung und die Menschen mit denen wir Zeit verbringen. Einen besonderen Einfluss auf unsere Entscheidungen haben aber auch Medien und Lebensmittelkonzerne.

Nehmen Sie diese Entscheidungen bewusst selbst in die Hand. Lassen Sie sich von Frische und Genuss inspirieren, statt von Schnelligkeit und Convenience. Machen Sie ihre Nahrungsmittel zu Liebesmitteln.

Schieben Sie keine schnelle Nummer in Form eines Weckerls oder eines Schokoriegels, sondern nehmen Sie sich Zeit für eine warme Mahlzeit. Egal ob Sie selber kochen, oder im Gasthaus genießen, wählen Sie frische und saisonale Gerichte. Überlegen Sie, ob ein billiges Mittagsmenü die Zutaten enthält, die Ihrem Körper wirklich guttun. Denken Sie daran, dass die fehlende Qualität oft mit künstlichen Aromen und Geschmacksverstärkern kaschiert wird. Lassen Sie sich nicht hinters Licht führen.

Ihr Körper liebt gesundes Essen, Sie müssen es ihm nur anbieten. Machen Sie Ihre Mahlzeiten zu Zeiten des Glücks.

Liebesmittel aus der Küche

In allen Kulturen gibt es Speisen und Lebensmittel, denen erotisierende Wirkung nachgesagt wird. Das sind zum einen Lebensmittel, die Ähnlichkeiten mit den Geschlechtsorganen aufweisen, wie Spargel, Austern, Avocados oder Feigen. Zum anderen sind es Lebensmittel, die die Geschlechtsregion besonders anregen, wie Ananas, Pfeffer, Safran, Kaviar, Ingwer oder Chili. Außerdem gibt es Lebensmittel, die unsere Sinne durch ihren Geruch und ihren Geschmack betören, wie Vanille, Muskat, Safran, Zimt, Granatapfel oder Erdbeeren.

Probieren Sie es aus. Fügen Sie jeder Speise mindestens eine dieser Zutaten hinzu und machen Sie Ihre Speisen zu sinnlichen Erlebnissen. Verführen Sie sich und andere und genießen Sie es.

Liebesrezepte aus der Küche

In den drei folgenden Büchern, die ich Ihnen empfehle, finden Sie tolle Anregungen, wie Sie Ihre Lebensmittel in Liebesmittel verwandeln.

Balldinis "Gaumensex"In Balldinis „Gaumensex“ gibt es viele Tipps und Tricks, wie Sie Ihre/en Liebste/n einkochen und verzaubern können. Die Sexualpädagogin Barbara Balldini vereint ihr Wissen mit Spitzenkoch Thomas Hoffmann. Die sinnlichen Rezepte und Anregungen sind ein toller Wegweiser, wie gutes Essen zu gutem Sex führen kann. Mein persönlicher Favorit ist das Zitronenhuhn mit Feta, das als lustvolle Aromatherapie angepriesen wird.

 

 

Love Kitchen von Eschi FiegeEschi Fiege präsentiert in Ihrem Kochbuch „Love Kitchen“ viele wunderschön fotografierte Rezepte für die traute Ein-,  Zwei-, oder Dreisamkeit. Selbst einfache Gerichte, wie „Feines Gemüsegulasch mit Vanille & Butterkartoffeln“ werden zu kulinarischen Sexbomben.

Wer sich tiefer in die Materie stürzen möchte, wird bei Isabel Allende in „Aphrodite – Eine Feier der Sinne“ fündig. Eine Mischung aus Kochbuch, Geschichten und Bildern rund um die Erotik des Essens, gewürzt mit den pikanten Anektoten von Isabel Allende.

Ich hoffe, ich habe Sie inspiriert, selbst das eine oder andere auszuprobieren. Am besten gemeinsam beim „Blind Cooking“ am 17.05.2017 ab 18:00h in der Pause. Wir kochen ohne Rezepte mit sinnlichen Lebensmitteln, ganz nach Lust und Laune.

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Intuitiv Essen

Intuitiv Essen – der gesunde Weg zum Wohlfühlgewicht

Intuitiv Essen

 

 

 

 

 

Jeder kennt den Effekt von Diäten. Die anfängliche Euphorie schlägt nach mehr oder weniger kurzer Zeit in Frustration um, wenn die verlorenen Kilos und sogar noch mehr wieder da sind.

Wer endgültig genug davon hat, findet beim Konzept des „Intuitiv – Essens“ interessante Anhaltspunkte, die allmählich aus dieser Problematik herausführen.

In Verbindung mit einer typgerechten, gesunden Ernährung, wie sie die Traditionell Chinesische Medizin empfiehlt, ist das für mich die ideale Kombination, um langfristig sein Wohlfühlgewicht zu erreichen und zu halten.

Das Konzept des „Intuitiv Essens“ folgt im wesentlichen 10  Prinzipien,  die den Körper dabei unterstützen, Nahrung als Energiequelle zu genießen, die fit und zufrieden macht.

Punkt 1: Schluss mit den Diäten

Am Beginn einer Diät gibt es Erfolgsmeldungen und Euphorie, da die Kilos purzeln und die Motivation stark ist. Der Erfolgsmesser Waage zeigt zufriedenstellende Ergebnisse.

Nach mehr oder weniger kurzer Zeit schlägt das Pendel um, man will sich nicht mehr dem Diätdiktat unterwerfen, die Lebensumstände werden stressig und schon ist das alte Essverhalten wieder da und meist auch die verlorenen Kilos. Das bedeutet Frust und dieser wird oft durch Essen kompensiert, was zum berühmten Jo-Jo Effekt führt.

Vergessen Sie daher Diäten und finden Sie statt dessen zu einer typgerechten Ernährung, die Sie satt und zufrieden macht. Das bedeutet in erster Linie genau auf seinen Körper zu hören und herauszufinden, was ein gutes Bauchgefühl auslöst und Dinge zu reduzieren, die nur Appetit auslösen, aber anschließend zu Völlegefühl, Blähungen oder anderen Verdauungsbeschwerden führen.

Punkt 2: Achten Sie auf Ihr Hungergefühl

Finden Sie heraus, wann Sie wirklich Hunger haben und wann es nur emotionaler Hunger ist. Hunger ist ein ernst zu nehmendes Signal, mit dem der Körper Energienachschub, vor allem fürs Gehirn, fordert.  Nehmen Sie regelmäßige Mahlzeiten ein, damit die Energie nicht zu stark abfällt, was zu Heißhunger führt. Die Anzahl der Mahlzeiten variiert je nach Konstitutionstyp, finden Sie Ihren eigenen Rhythmus.

Die chinesische Medizin empfiehlt regelmäßige, warme Mahlzeiten, damit stets ausreichend Qi (Lebensenergie) zur Versorgung des Körpers produziert wird. Wenn der Magen knurrt, ist bereits ein Mangel vorhanden, was zu Heisshungerattacken führt und daraus resultiert häufig ein Überessen.

Punkt 3: Schließen Sie Frieden mit Ihrem Essen

Es gibt kein gutes oder böses Essen. „Die Dosis macht das Gift“, wie bereits Paracelsus sagte. Sorgen Sie für eine abwechslungsreiche, saisonale Ernährung, aber kasteien Sie sich nicht und verbieten Sie sich keine Lebensmittel. Alles was man nicht haben darf, hat eine besondere Anziehungskraft auf uns, und wenn wir schwach werden, bekommen wir anschließend Schuldgefühle. Schluss damit! Gönnen Sie sich bewusst Genussmittel. In Maßen und ohne schlechtes Gewissen. Und wenn Sie mal über die Stränge geschlagen haben, gehen Sie nach dem Prinzip: „Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten und weitergehen“ vor.

Punkt 4:  Schluss mit der Essenspolizei

Wie in Punkt 3 erwähnt, gibt es kein böses Essen. Unsere Psyche versucht uns aber oft einzureden, dass es so ist. Schwarze Pädagogik ist beim Essen genauso fehl am Platz, wie in der Kindererziehung. Verbannen Sie Ihre negativen Gedanken. Essen Sie bewusst und hören Sie auf Ihren Körper.

Punkt 5: Entdecken Sie Ihr Sättigungsgefühl

Wer langsam und achtsam isst, ist leichter in der Lage, ein Sättigungsgefühl zu empfinden. In der chinesischen Medizin lautet die Empfehlung sich bewusst zum Essen zu setzen und alles andere auszublenden. Machen Sie bewusst Pausen beim Essen und genießen Sie das Kauen, die Geschmacksempfindungen und das angenehme Gefühl, wenn der Körper satt und zufrieden ist.

Beenden Sie die Mahlzeit, wenn Sie satt sind, auch wenn der Teller noch nicht leer ist. Die Reste können zu einem späteren Zeitpunkt ein willkommener Snack sein.

Sie werden merken, dass Sie weit weniger essen müssen, um satt zu werden, wenn Sie sich nur aufs Essen konzentrieren, statt aus Gewohnheit zu essen und dabei vielleicht noch Fernsehen, lesen oder Computerspielen.

Punkt 6: Entdecken Sie den Zufriedenheitsfaktor

So wie ein Baby selig einschläft, nachdem es gestillt wurde, fühlen auch wir uns nach einer genussvollen Mahlzeit zufrieden und ausgeglichen. Genießen Sie dieses Gefühl und nehmen Sie sich für jede Mahlzeit genügend Zeit. Decken Sie den Tisch schön und machen Sie daraus ein Erlebnis, das in Ihrem Köper Glückshormone ausschüttet. Auf diese Weise nährt Essen Körper, Geist und Seele.

Punkt 7:  Lernen Sie Emotionen nicht mit Essen auszugleichen

Da Essen stark mit unseren Emotionen verbunden ist und Glücksgefühle hervorrufen kann, neigen wir dazu, negative Gefühle „wegzufuttern“. Angst, Trauer, Langeweile, Ärger, Einsamkeit können nicht mit Essen gelöst werden. Sie mögen zwar kurzfristig durch Essen in den Hintergrund treten, aber auf die Dauer kann Essen keine emotionalen Probleme lösen, im Gegenteil durch Überessen entstehen noch mehr negative Gefühle.

Punkt 8: Akzeptieren Sie Ihren Körper

Halten Sie Ihren Körper gesund und erfreuen Sie sich an seinen Stärken. Schützen Sie ihn vor negativen Einflüssen und seien Sie nett zu ihm. Wir alle sind einzigartig in unseren körperlichen Merkmalen und unterscheiden uns voneinander. Sie würden ja auch nicht versuchen, zwei Schuhgrößen zu schrumpfen, warum sollte es dann bei der Kleidergröße notwendig sein? Das wichtigste ist, dass Sie sich in Ihrem Körper wohlfühlen und ihn gesund und fit erhalten.

Punkt 9: Sport macht den Unterschied

Sport ist eine mächtige Dopaminquelle wenn man ihn aus freien Stücken und aus Freude an der Bewegung macht. Machen Sie sich diese Quelle zu Nutze und fühlen Sie, wie er Ihren Körper mit Energie durchströmt und Sie zu neuen Kräften kommen. Vergessen Sie Sport als Mittel zum Abnehmen oder Kalorienverbrennen. Finden Sie die Bewegungsform, die Ihnen Freude macht.

Punkt 10: Gesundheit ist das wichtigste

Ernähren Sie sich abwechslungsreich und genussvoll. Wählen Sie Lebensmittel, die Ihrem Körper guttun und Ihnen schmecken. Nur weil Sie an einem Tag zuviel oder etwas Ungesundes essen, nehmen Sie noch keinen Schaden. Achten Sie generell auf gesunde Ernährung und freuen Sie sich über Ihre Fortschritte. Sie müssen nicht perfekt essen, behalten Sie ein gesundes Mittelmaß im Auge.

Die ausführliche Beschreibung der 10 Prinzipien von „Intuitiv Essen“ finden Sie im Buch: „Intuitiv Abnehmen – Zurück zu natürlichem Essverhalten“ von  Elyse Resch & Evelyn Tribole.

Ich unterstütze Sie dabei mit dem TCM Seminar und Kochworkshop „Gesund Abnehmen mit TCM“ am 26.03.2017. Mehr dazu gibt’s beim Infoabend zum Thema Wohlfühlgewicht am 13.03.2017 um 18:00h im Kochstudio die Pause.

 

 

 

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Bitter gegen Süß

Bitterstoffe als Waffe gegen den Süßhunger

So wie wir den süßen Geschmack brauchen, weil er entspannt, entkrampft, harmonisiert und nährt, erfüllt auch der bittere Geschmack wichtige Aufgaben in unserem Körper.

Bitterstoffe in Rosmarin und Gewürzen

Bitterstoffe regen die Verdauung an und stimulieren Magen, Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse. Bitterstoffe verhelfen zu einer gesunden und vollständigen Verdauung und wirken so gegen Blähungen, Sodbrennen, Aufstoßen und Darmträgheit. Die Leber wiederum profitiert von den Bitterstoffen, indem die Entgiftungsfunktion angeregt wird.

Bitterstoffe sind in der Lage unseren Süßhunger zu reduzieren und unterstützen damit auch das Abnehmen. Bitterstoffe führen rascher zu einem Sättigungsgefühl. Dadurch nehmen wir automatisch kleinere Portionen zu uns. Bitterstoffe in der Nahrung sorgen durch ihren intensiven Geschmack für ein rasch einsetzendes Fließen der Verdauungssäfte, wodurch auch der Sättigungsreiz beschleunigt eintritt. Die Intensität des bitteren Geschmacks bewirkt außerdem auch von sich aus eine Begrenzung der Esslust und des Hungers auf mehr süßes oder salziges.

Der bittere Geschmack aus Sicht der TCM

Als Botschaftsgeschmack ist bitter dem Funktionskreis Herz und Kreislauf und damit dem Feuerelement zugeordnet. Bitter regt Herz und Kreislauf an, was wir beim Konsum von Tee, Kaffee, Kakao, Rotwein oder Bier spüren. Große Mengen an Bitterstoffen schaden dem Herzen, denn sie trocknen aus und schädigen Blut und Yin, sodass sie den Schlaf stören und andere Beschwerden verstärken können.

In der TCM ist neben der Wirkung des Geschmacks auch die thermische Wirkung von großer Bedeutung. Daher unterscheidet sich die Anwendunge und die Wirkung der bitteren Lebensmittel, je nachdem ob sie wärmen oder kühlen.

Bittere Lebensmittel mit wärmendem Charakter

Die Kombination von bitteren und wärmenden Eigenschaften finden wir vor allem in Gewürzen, wie etwa Kurkuma, Paprika, Rosmarin, Thymian, Majoran, Basilikum, Oregano. Sie unterstützen den Verdauungsprozess und helfen dabei, die Nahrung besser in Energie umzuwandeln. Sie beugen Blähungen und Verdauungsbeschwerden vor und helfen bei Milz Qi und Milz Yang Schwäche.

Bittere Lebensmittel mit abkühlendem Charakter

Der bittere Geschmack in Lebensmitteln und Kräutern die kühlend oder kalt wirken, hat eine entzündungshemmende, Hitze ausleitende, abführende, harntreibende und auch beruhigende Wirkung. Diese wird vor allem bei Beschwerden eingesetzt, bei denen Hitze und Feuer im Körper für Probleme sorgen, wie etwa bei Neurodermitis, weichen übel riechenden Stühlen, Hautunreinheiten, Übergewicht in Kombination mit Feuchter Hitze, eitrigen Entzündungen, Hepatitis, Herpes labialis und Herpes genitalis, Blasenentzündung, Schlaflosigkeit und Verstopfung.

Dabei kommen vor allem bittere Kräuter wie Löwenzahn, Enzian, Wermuth, Schafgarbe, Mariendistel oder Salbei zum Einsatz.

Nehmen Sie bittere Kräuter immer nur kurmäßig zu sich, das heisst in einem Zeitraum von maximal 2-3 Wochen, da sie durch die kalte thermische Wirkung und durch ihren austrocknenden Charakter über einen längeren Zeitraum zu einer Schwächung der Mitte führen und Blut- und Säfte schwächen.

Es ist empfehlenswert bittere Kräuter am Vormittag vor einer Mahlzeit einzunehmen, da dann das Milz Qi in seiner Hochzeit ist. Abends hingegen ist es schwach und außerdem würde die harntreibende Wirkung den Schlaf beeinträchtigen.

Reinigung und Entgiften mit Bitterstoffen

Sowohl die westliche als auch die Traditionell Chinesische Medizin empfiehlt 1-2 im Jahr Reinigungskuren, die mit Bitterstoffen unterstützt werden, um die Verdauungsfunktion zu stärken und Schlacken und Gifte auszuleiten.

Kräutermischungen mit Bitterstoffen, wie Leberreinigungstees, Schwedenbitter oder Heidelberger`s 7 Kräuter Stern sind dafür gut geeignet.

In Kombination mit einer Getreide-, Saft- oder Suppenkur können Sie Ihren Körper wieder ins Gleichgewicht bringen und überflüssige Kilos loswerden. Der positive Nebeneffekt ist, dass Sie damit Ihren Geschmackssinn stärken und es danach viel leichter fällt, süßen und salzigen Mehlspeisen oder Snacks zu widerstehen.

Wenn Sie mehr übers typgerechte Abnehmen mit der TCM Ernährung wissen möchten, melden Sie sich zum Infoabend zum Thema Wohlfühlgewicht am 13.03.2017 an und kosten Sie gleich ein paar Snacks aus der TCM Küche, die das Abnehmen erleichtern.

Beim Tagesseminar Gesund Abnehmen“ mit TCM am 26.03.2017 erfahren Sie, welche Lebensmittel und Zubereitungsweisen Sie speziell dabei unterstützen, Ihr Wohlfühlgericht zu erreichen, und wie Sie das durch einfache Gerichte, die wir an diesem Tag kochen auch gut in Ihren Alltag integrieren können.

 

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Neujahrsvorsätze umsetzen

Gute Vorsätze in die Tat umsetzen

Ziele für 2017

Wir alle sind meist am Jahresanfang motiviert, Dinge in unserem Leben zu verändern; sei es mehr Sport zu machen, sich gesünder zu ernähren oder Gewicht zu verlieren.

 

Auch mir geht es jedes Jahr wieder so. Voller Enthusiasmus gehe ich die letzten 2 Wochen ins Fitnesstudio, notiere alle meine Mahlzeiten und habe mir auch einige Änderungen betreffend meines Ernährungsplanes vorgenommen.

Damit wir diese Veränderungen dauerhaft umsetzen können, müssen wir uns die Arbeitsweise unseres Gehirns zunutze machen.

Die besten Vorsätze helfen nichts, wenn wir bei der ersten Außertürlichkeit wieder in alte Muster zurückfallen. Damit es diesmal klappt, möchte ich Ihnen 3 Prozesse unseres Gehirns vorstellen, die es bei einer Verhaltensänderung zu berücksichtigen gibt.

Gewohnheiten ändern

Abläufe, die wir häufig wiederholen, werden in unserem Gehirn (in unseren Basalganglien) gespeichert und laufen automatisiert ab. Das hilft uns etwa bei Tätigkeiten wie Autofahren oder Stricken. Wenn wir die Fertigkeit einmal erworben haben, müssen wir nicht mehr über jeden Arbeitsschritt nachdenken, es geht wie von selbst.

So ist es auch mit unseren Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsmustern. Wenn Sie es gewöhnt sind, morgens ein Marmeladebrot zu essen und gerade beschlossen haben, dieses gegen ein warmes Porridgefrühstück auszutauschen, müssen Sie zuerst einmal dieses neue Verhalten einüben. Nur weil es Ihnen einmal gut geschmeckt hat, heisst das noch lange nicht, dass es jeden Tag oder jede Woche automatisch vom Gehirn als das bevorzugte Frühstück augewählt wird und auf den Teller kommt. Auch beim Vorsatz mehr Sport zu machen, stellt das Gehirn bei den ersten Hindernissen oft sehr schnell wieder auf das alte Sportmuffelprogramm um.

Obwohl wir uns bewusst vornehmen etwas zu verändern, sind wir rasch wieder zu faul, zu beschäftigt, zu krank oder zu überlastet, um das neue Verhaltensmuster beizubehalten. Damit Ihnen das nicht passiert, müssen Sie das neue Verhaltensmuster üben, wie ein Kind es beim Radfahren oder Schifahren macht, bis Sie es quasi im Schlaf können. Dann erst ist die Verhaltensänderung eingetreten.

Legen Sie zuerst ein konkretes Ziel fest. Wählen Sie ein Ziel, das sich einfach formulieren lässt, wie etwa  2x die Woche Sport betreiben, nur mehr 3 Mahlzeiten täglich oder den Alkoholkonsum auf 2x pro Woche reduzieren.

Notieren Sie das Ziel unbedingt schriftlich und notieren Sie Ihre Erfolge, sowie Ihre Misserfolge, bis sich das neue Verhalten automatisiert hat. Fehler gehören ebenfalls zum Neuprogrammieren. Geben Sie nicht gleich auf, wenn es nach 14 Tagen nicht mehr wie am Schnürchen läuft. Sie haben ja wahrscheinlich auch lange Jahre das alte Verhalten gepflegt, umso schwieriger ist es jetzt, dieses durch das neue zu ersetzen.

Das Pflichtenheft für neue Verhaltensmuster

Damit Sie nicht so leicht vom neu eingeschlagenen Weg abkommen, gilt es auch jenes Areal im Hirn zu aktivieren, das für die Steuerung des rationalen Handelns zuständig ist. Der Ort des sogenannten „Vernunftdenkens“ sitzt im Stirnhirn und nennt sich „Präfrontaler Cortex“. Er ist zuständig für die Koordination, Steuerung und Kontrolle von Denkprozessen, für die Planung von Handlungen und auch für die Selbstkontrolle.

Wenn es etwa um die Änderung von Ernährungsgewohnheiten geht, oder darum mehr Sport zu betreiben, ist der erste Schritt, das Ziel und den Weg dorthin regelmäßig schriftlich festzuhalten.

Im nächsten Schritt gilt es das Ziel auch zu visualisieren. Hier hilft es sich ein Vorbild zu suchen. Stellen Sie sich genau vor, wie sie nach Erreichung Ihres Ziels aussehen möchten, sich fühlen möchten, oder wahrgenommen werden möchten. Stellen Sie sich die Folgen vor, wenn Sie Ihr Ziel erreichen, aber auch wenn Sie scheitern.

Damit die Umstellung im Alltag klappt, müssen wir sie möglichst gut in unseren Tagesablauf einplanen. Geht es um die Ernährung, ist es günstig 2-3 Tage im Voraus zu planen, entsprechend einzukaufen und zu kochen. Und das möglichst regelmäßig, Woche für Woche.

Geht es um die Bewegung, planen Sie die Termine im Fitnesscenter oder fürs Laufen fix ein. Wählen Sie eine Sportart, die Sie wirklich anspricht und halten Sie die Termine auch ein, wenn Sie mal keine Lust haben. Am besten Sie packen die Sportsachen am Vorabend in die Tasche und stellen sie griffbereit zur Eingangstür. Dann kann das automatische Programm ablaufen.

Und wenn Sie es mal doch nicht schaffen, finden Sie heraus, warum nicht, und was Sie tun können, damit es in Zukunft wieder klappt. Setzen Sie sich nicht unter Druck, aber betreiben Sie einen konstanten Verbesserungsprozess an sich selbst.

Ich will eine Belohnung

Wir alle kennen das Gefühl, dass eine Sache zwar vernünftig ist, uns aber keinen Spaß macht. So ist es zwar vernünftig, nach der Arbeit ins Fitnesscenter zu gehen, viel gemütlicher wäre es aber auf der Couch.

Damit wir diesem Impuls nicht nachgeben, müssen wir einen anderen Bereich unseres Gehirns aktivieren und umpolen, nämlich das Belohnsystem.

Dieses System ist auf Glück, Freude und Vergnügen ausgerichtet und steht unserem Vernunftdenken als Gegenspieler gegenüber.

Hier liegt das Geheimnis, warum die meisten Neujahrsvorsätze oft nach kurzer Zeit von Verhaltensmustern überlagert werden, die zwar nicht gesund sind, uns aber Vergnügen bereiten.

Das Belohnsystem ist darauf ausgerichtet, Dopamin, das sogenannte Glückshormon, auszuschütten. Dafür verwendet es jede zur Verfügung stehende Dopaminquelle, egal ob sie für unseren Körper gesund ist, oder nicht. Ob das nun fettige Burger, wunderbare Cremeschnitten, Nikotin oder faule Tage vor dem Fernseher sind, wenn unser Gehirn es einmal als Dopaminquelle identifiziert hat, zieht es uns hypnotisch an. Im schlimmsten Falle entwickeln wir ein Suchtverhalten. Das passiert z.B. auch bei Zucker. Er wirkt direkt auf unser Belohnzentrum und bis zu einem gewissen Sättigungspunkt (der bei Kindern etwa 1/3 höher als bei Erwachsenen liegt) fühlen wir uns umso wohler, umso höher die Dosis ist.

Wenn Ihre derzeitigen Dopaminquellen zum Beispiel Schokolade oder Kartoffelchips sind, dann müssen Sie dafür sorgen, dass dem Belohnzentrum neue ausgiebige Dopaminquellen zur Verfügung stehen, sonst wird es die Abgewöhnung sabottieren.

Wenn Essen für Sie eine wichtige Dopaminquelle ist, beginnen Sie am besten damit, Ihr Essen zu inszenieren.  Gönnen Sie sich bewusst von Zeit zu Zeit einen schönen Lokalbesuch oder eine besondere Spezialität. Gönnen Sie sich Leckerbissen in kleinen Mengen, aber in bester Qualität. Die Vorfreude und das angenehmes Ambiente stellen wichtige Dopaminquellen dar.

Als weitere Dopaminquellen stehen Ihnen Bewegung und Sport zur Verfügung. Wichtig ist, dass Sie die gewählte Sportart wirklich anspricht und die Ausübung bei Ihnen Glücksgefühle auslöst. Das kann auch ein Spaziergang in der Natur sein. Die Natur ist eine sehr mächtige Dopaminquelle, man muss sie nur aufsuchen.

Für jeden/jede gibt es unterschiedliche Möglichkeiten Glück zu empfinden. Es ist egal, ob das für Sie Mode, Kino, Wellness, Reisen, Musik oder ein Hobby wie Fotografieren, Schneidern, Stricken oder Handwerken ist. Finden Sie heraus, welches Ihre Dopaminquellen sind. Ersetzen Sie bewusst eine ungesunde Dopaminquelle, durch eine andere Tätigkeit, die Ihnen Freude bereitet, aber zuträglicher für Ihre Gesundheit ist.

Auch Schlaf ist eine wunderbare Dopaminquelle und hilft uns z.B. dabei, überflüssige Kilos zu reduzieren.

Wer mehr über die Prozesse unseres Gehirn bei der Veränderung von Ernährungsgewohnheiten wissen möchte, dem empfehle das Buch „Kopfsache Schlank- Wie wir über unser Gehirn unser Gewicht steuern“ von Dr. Marion Reddy und Dr. Iris Zachhofer.

Wer dazu praktische Anregungen sucht, dem empfehle ich den Besuch meines Kochkurses „Schlankmacher aus der TCM Küche am 2.3.2017 oder das TCM Seminar mit Kochworkshop zum Thema „Gesund Abnehmen mit TCM Ernährung“ am 26.3.2017.

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Nie mehr kalte Füße

Mit TCM Ernährung zu innerer Wärme

warme FüßeGehören Sie zu den Menschen, die häufig unter kalten Füßen, kalten Händen oder allgemein unter Kälte leiden? Nicht nur im Winter sondern oft das ganze Jahr über?

 

 

 

Die Ursachen von innerer Kälte

In der chinesischen Medizin beruhen Kälte-Beschwerden meist auf einem Mangel an Qi und Yang. Die Lebensenergie Qi (tschi) sorgt neben der Umwandlung von Nahrung in Energie, für Wärme im Körper. Wird ausreichend Qi produziert, ist auch ausreichend Yang Energie vorhanden. Yang  manifestiert sich als Wärme, Dynamik, Aktivität, Antriebskraft und Lebensfreude.

Die Nieren sind in der chinesischen Medizin die Quelle des Yang und damit der Lebensenergie. Sie werden auch als Lebensfeuer oder Brennofen bezeichnet. Neben der Versorgung des Körpers mit Qi, sind sie für den Alterungsprozess und die Fortpflanzungsfunktion zuständig.

Der Gesundheitszustand des Menschen hängt daher maßgeblich von der Stärke der Nieren ab.

Diese werden vor allem im Winter durch äußere Kälte geschwächt und müssen davor geschützt werden. Wenn Kältegefühle aber das ganze Jahr andauern, deutet das darauf hin, dass die Yang Wurzel der Nieren geschwächt ist, bzw. dass es durch die Kälte zu einer Blockade des Qi gekommen ist.

Das kann verschiedene Ursachen haben. Mit dem Alter nimmt die Energie der Nieren automatisch ab, aber auch chronische Krankheiten, wie z.B. eine Schilddrüsen Unterfunktion können die Ursache dafür sein. Ein Qi- oder Energiemangel entsteht oft auch durch unsere Lebensweise. Schlafmangel, Überanstrengung und mangelhafte und abkühlende Ernährung schwächen auf die Dauer unsere Nierenenergie.

Wie Sie durch Ernährung die innere Kälte besiegen

Am besten unterstützen Sie die Yang Energie Ihres Körpers mit regelmäßigen warmen Mahlzeiten. Vor allem das warme Frühstück bringt Ihren Brennofen bereits in der Früh in Schwung und versorgt den Körper mit Wärme und Energie.

Mit wärmenden Kochmethoden unterstützen Sie den Yang Aufbau im Winter zusätzlich. Dazu gehören langes Kochen, Backen oder Braten. Egal ob Hühnerkraftbrühe, Rindsuppe oder Gemüsekraftbrühe, sie alle fördern den Yang Aufbau. Der Einsatz von wärmenden Gewürzen wie Ingwer, Kreuzkümmel, Kardamom, Bockshornklee, Kurkuma, Pfeffer, Chili, Curry, Zimt, Nelken oder Anis verstärkt den wärmenden Effekt. Aber Vorsicht, wenn Sie gleichzeitig unter Trockenheit leiden, sollten Sie diese Gewürze nur sparsam einsetzen.  Scharfe und wärmende Gewürze, sowie Kochen mit Alkohol entwickeln sehr viel Wärme im Körper und trocknen dadurch auch aus.

Ich empfehle daher saftige und zugleich wärmende Kochmethoden, wie etwa Dünsten, sanftes Braten im Rohr oder Schmoren im eigenen Saft.  

Auf der anderen Seite können Sie den Körper vor Kälte schützen, indem Sie abkühlende Lebensmittel im Winter stark reduzieren oder mit wärmenden Kochmethoden yangisieren. Als abkühlend gelten in der chinesischen Ernährungslehre Rohkost und Salate. Diese kombinieren Sie im Winter am besten mit einer warmen Mahlzeit.

Südfrüchte wie Orangen, Zitronen, Kiwis, Ananas und Bananen gelten ebenfalls als abkühlend. Unsere heimischen Früchte, wie Äpfel und Birnen sind im Winter als Kompott oder Fruchtmus am bekömmlichsten.

Genießen Sie Milchprodukte wie Joghurt, Buttermilch, Sauerrahm und Topfen nur in kleinen Mengen, da sie nicht nur abkühlen, sondern die Bildung von Feuchtigkeit und Schleim im Körper fördern. Sie verstärken daher die Symptome von Schnupfen, Nebenhöhlenentzündung und Infektionskrankheiten mit Schleimbildung.

Als besonders abkühlend gelten außerdem Sojamilch, Tofu, Miso, Algen, Sojasauce, grüner Tee, sowie Mineralwasser und Bier.

Welche Lebensmittel bringen das Yang wieder in Schwung?

Wenn Sie ein ausgeprägter Kältetyp sind, empfehle ich regelmäßig warmes Wasser zu trinken. Es wirkt noch wärmender, wenn Sie es 10 Minuten kochen.

Hafer, Grünkern, süßer Reis und Hirse wirken erwärmend, wenn Sie das Getreide vorher anrösten, verstärken Sie diesen Effekt.

Yang lässt sich vor allem mit tierischen Produkten gut aufbauen. Im Winter empfehle ich Ihnen wärmende Fleischsorten wie Lamm, Ziege, Wild, aber auch Huhn, Rind und Kalb.

Von den Fischen und Meeresfrüchten wirken Kabeljau, Thunfisch, Sardine, Hering, Lachs, Langusten, Garnelen, Schrimps und Hummer erwärmend.

Neben den scharf, warmen Gewürzen wirken die aromatischen Gewürze des Mittelmeerraumes wärmend und unterstützen den Verdauungsprozess. Setzen Sie daher auch im Winter Rosmarin, Basilikum, Thymian, Majoran und Oregano ein.

Die Zwiebel- und Lauchgewächse erwärmen nicht nur, sondern unterstützen auch die Lunge. Vor allem Knoblauch gilt als erhitzend und muss vorsichtig dosiert werden, da er austrocknet und innere Hitzeprozesse verstärkt.

Wurzelgemüse wie Karotten, Petersilie, Sellerie, Rüben, sowie Fenchel, Kraut, Kohl und Kürbis sind in Form von Suppen, Eintöpfen und Aufläufen die idealen Winterbegleiter.

Was sonst noch gegen die Kälte hilft

  • Warme Fußbäder z.B. mit Wacholder, Ingwer oder Rosmarin
  • Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft um den Kreislauf in Schwung zu bringen
  • Atemübungen, da der Atem ein wichtiger Bestandteil bei der Produktion von Qi ist
  • Sauna und Wärmebehandlungen
  • Qi Gong, um den Qi Fluss anzuregen und Stauungen aufzulösen
  • Moxabehandlungen mit Beifusskraut, Akupunktur und chinesische Kräutermischungen

Um langanhaltende Kälte aus dem Köper zu vertreiben, braucht es etwas Geduld. Sie werden schon nach wenigen Wochen Linderung verspüren, wenn Sie Ihre Ernährung und Lebensgewohnheiten umstellen. Es kann aber mehrere Monate bis Jahre dauern, bis das Yang soweit aufgebaut ist, dass Sie wieder innere Wärme und die volle Lebenskraft verspüren.

Starten Sie daher mit einem regelmäßigen warmen Frühstück in den Tag. Rezeptideen und Frühstückstipps bekommen Sie in meinem Frühstückkochkurs am 22.01.2017 im Kochstudio „die Pause“.

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Kochkursprogramm 1. Halbjahr 2017

Kochkurse 2017 im Kochstudio „die Pause  

Kochkursprogramm 2017Das neue Kochkursprogramm für das erste Halbjahr 2017 ist fertig und steht zum Download bereit.

Neben den Kochkursen und Seminaren zur Traditionell Chinesischen Medizin gibt es jede Menge andere interessante Themen.

Ganz neu und spannend sind die Blind Cooking Abende. Hier wird experimentiert und gekocht, mit dem was gerade da ist. Immer mit anderen Leuten und anderen Zutaten. Lasst Euch überraschen.

Wer sich gerne mit Gleichgesinnten zum Thema 5-Elemente Küche austauscht oder die chinesische Ernährungslehre kennenlernen möchte, ist beim TCM Kochtreff richtig.

 

Für Teenager und Kids von 10-15 gibt es spannende neue Kochkurse. Im Jänner starten wir mit Fingerfood und im April kochen wir Mexikanisch und Spanisch.

Bianca Gusenbauer hält im Jänner zwei Kochkurse ab und entführt uns in die Arabisch – Vegetarischer Küche und die Gewürzvielfalt des Orients. Im Light & Easy Kochkurs liefert sie neue Ideen für die kreative Alltagsküche.

Mit Guido Lammer kommt ein Profikoch in die Pause, der die Grundlagen der modernen Kochtechniken in einem knackingen Eintagesseminar für den Hausgebrauch erklärt. Im März hält er einen vegeterranen Kochkurs ab, der den Geschmack der vegetarischen Mittelmeerküche in die Pause bringt.

Elisabeth Monamy macht eine kulinarische Zeitreise durch die Küche der Steinzeit und die Küchen der Wikinger, Römer und alten Griechen. Mit Archeomuse verbindet sie Archäologie und Kochen. An 6 spannenden Abenden können Sie sich vergangene Epochen auf der Zuge zergehen lassen.

Wer die geheimnisvolle Welt der Heilpilze erkunden möchte, erfährt beim Kochseminar im März mit Eva Fauma, wie Pilze am besten in der Küche verarbeitet werden und welche Wirkung sie entfalten. Das ist Medizin zum Genießen.

Haferflocken Porridge Frühstück Das neue Jahr bietet auch wieder Seminare zum Thema Gesund Abnehmen mit TCM und wie man die TCM Ernährung für die ganze Familie und speziell für Kinder einsetzt, um die Vitalität und die Abwehrkräfte zu stärken.

Melden Sie sich für die Kurse per e-mail unter office@diepause.at an oder bestellen Sie einen Kochkursgutschein. Alle Kurse werde auf Wunsch für Gruppen ab 8 Personen auf Anfrage auch individuell angeboten.

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Immunsystem stärken

Die glorreichen 7 fürs Immunsystem

Immunsystem stärken

© Fotolia: Björn Wylezich

Die 5 Wandlungsphasen in der chinesischen Medizin folgen dem Zyklus der Jahreszeiten. Wir befinden uns um den 21/22 September mitten im Herbst, im Metallelement. Auf körperlicher Ebene entsprechen dem Metallelement die Organfunktionen von Lunge und Dickdarm, sowie die Haut. Die Lunge ist die „Meisterin des Qi“ und ist unter anderem für die Wasserwege im Köper zuständig.

Sie verteilt auch das so genannte „Abwehr-Qi“ oder „Wei-Qi“, das unseren Körper vor schädlichen Einflüssen von außen schützt.

Die Lunge und das Abwehr-Qi stärken

Das Abwehr-Qi entspricht dem westlichen Immunsystem.  Es wird mit Hilfe von Ursprungsenergie aus den Nieren, dem Nahrungs-Qi aus Milz/Magen und dem Atem-Qi aus der Lunge gebildet. Die Lunge verteilt es im Körper, wo es knapp unter der Haut zirkuliert und ein Schutzschild nach außen bildet.

Um das Immunsystem zu stärken empfiehlt die TCM für die Lunge vor allem Körperübungen wie Qi Gong oder Tai Qi oder einfach Bewegung an der frischen Luft.

Auch die Lebensweise, sollte der Jahreszeit angepasst werden. Das bedeutet, dass nach der Aktivitätsphase des Sommers (Yang) nun wieder längere Regenerationszeiten notwendig sind, um das Yin zu nähren. Wir stärken unser Immunsystem daher auch im Schlaf und indem wir ausreichende Ruhe- und Erholungsphasen einlegen.

Auf die richtige Zubereitungsart kommt es an

Die klimatischen Faktoren, die uns im Herbst zu schaffen machen, sind Nässe, Kälte und Wind. Um uns davor zu schützen sind wärmende Zubereitungsarten empfehlenswert. Das sind Zubereitungsarten wie backen, schmoren, braten oder mit wärmenden Gewürzen und Alkohol kochen.

Ein warmes Frühstück, z.B. Haferflockenporridge erfüllt diese Anforderung optimal. Hafer wirkt wärmend und anregend und liefert als Frühstück ausreichend Energie für den Mittleren Erwärmer.

In der chinesischen Ernährungslehre geht man davon aus, dass Nahrung, die bereits mit Körpertemperatur im Magen landet, am meisten Energie liefert und am leichtesten vom Körper verwertet werden kann.

Rohkost, thermisch kalte Nahrungsmittel wie Joghurt, Zitrusfrüchte, Bananen, Melonen, Gurken, Tomaten und weißer Zucker benötigen mehr Energie um vom Körper erwärmt zu werden. Sie kühlen und schwächten damit den Mittleren Erwärmer auf die Dauer. Die Folge davon sind oft wiederkehrende Infekte, Verdauungsbeschwerden, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Kälte im Verdauungstrakt.

Power Food fürs Immunsystem

Eine Reihe von Nahrungsmitteln sind in der chinesischen Medizin seit langem im Einsatz um die Abwehrkräfte zu stärken. Viele dieser Lebensmittel wurden auch von der Wissenschaft genauer unter die Lupe genommen, um herauszufinden, warum gerade sie entzündungshemmend oder gegen Viren, Bakterien oder Pilze wirken. Ich finde es sehr stimmig, dass beide Systeme zum selben Schluss kommen, wenn auch jedes auf seine eigene Art.

Meine Favoriten für die Stärkung des Immunsystems sind:

Ingwer:

In der chinesischen Medizin gilt er als erwärmend und wird besonders bei einer beginnenden Infektion, wenn Kälte vorherrscht, eingesetzt. Er stärkt die Lunge und das Milz Qi, öffnet die Oberfläche, sodass Wind-Kälte, die gerade erst in den Köper eingedrungen ist, vertrieben werden kann. Er wirkt außerdem gegen Übelkeit und Völlegefühl. Am besten frisch als Ingwertee tinken (kochen Sie ein paar Scheiben Ingwer ca 10 Minuten in heißem Wasser und süßen Sie mit Honig) oder geriebenen Ingwer regelmäßig beim Kochen verwenden.

Ingwer ist wegen seiner warmen Thermik nicht zu empfehlen, wenn bereits Fieber ausgebrochen ist oder wenn Yin Mangel, Hitze oder Trockenheit vorherrschen. Das heißt, wenn Sie unter Nachtschweiß oder akutem trockenem Husten leiden, ist Ingwer ungünstig.

Birnen, Nüsse und Samen:

In diesem Fall empfehle ich Säfte spendende Lebensmittel, die das Lungen Yin unterstützen. Das ist im Herbst vor allem die Birne in Form von Kompott oder Birnenmus oder warmer Birnensaft.

Nüsse, ganz besonders Mandeln, sind ausgezeichnete Yin Tonika. Walnüsse, Mandeln, schwarzer und weißer Sesam, sowie Pinienkerne nähren vor allem das Yin von Lunge und Nieren.

Der liebe Kohl:

Kohl- und Krautgewächse enthalten eine hohe Menge an Vitamin C und stärken nicht nur die Immunabwehr, sondern wirken auch krebshemmend.

Bauen Sie im Herbst und Winter öfters Brokkoli, Grünkohl, Rotkraut, Kohlsprossen oder Weißkraut in den Speiseplan ein. Kohlgewächse stärken die Mitte (Milz/Magen). Rotkraut und Brokkoli nähren außerdem das Blut, welches in der TCM als „die Mutter des Qi“ gilt und daher ebenfalls wichtig für unser Immunsystem ist.

Um die blähende Wirkung von Kohlgewächsen zu reduzieren, bereiten Sie sie am besten mit Kümmel, Fenchelsamen, Lorbeerblättern, Koriander, Kurkuma oder Ingwer zu.

Wo Honig ist, da ist Gesundheit:

Honig wird in der westlichen Medizin seit jeher bei Husten, Halsschmerzen und grippalen Infekten eingesetzt, weil er entzündungshemmend, antibakteriell und virenhemmend wirkt.  Seine antioxidativen Eigenschaften stärken das Immunsystem.

In der TCM wird Honig eingesetzt, um trockenen Husten zu stillen, um die Lunge zu befeuchten und Halsschmerzen zu lindern oder Heiserkeit zu bekämpfen. In Honig gedämpfte Birnen sind eine besonders schmackhafte Medizin.

Kurkuma – Gelbwurz

Kurkuma färbt nicht nur gelb, sondern hat auch beeindruckende gesundheitsfördernde Eigenschaften, die vor allem in der aryuvedischen und chinesischen Medizin zum Einsatz kommen.

Kurkuma gehört zur Geschmacksrichtung bitter und ist vom Temperaturverhalten neutral bis warm. Es wirkt vor allem positiv auf die Leber und unterstützt die Fettverdauung, Entschlackung und Blutreinigung.

Wissenschaftlich erwiesen ist, dass Kurkuma entzündungshemmend und krebshemmend wirkt. Er wird zur Stärkung des Immunystems und zur Vorbeugung von Krebserkrankungen, sowie begleitend zur Krebstherapie empfohlen. Die Bioverfügbarkeit erhöht sich, wenn er in Fett angebraten wird. Traditionell werden Currymischungen daher gemeinsam mit Zwiebeln und Knoblauch in Fett angeröstet. Geben Sie immer auch etwas Pfeffer hinzu, da er ebenfalls die Wirkung von Kurkuma erhöht.

Kurkuma wirkt außerdem günstig bei Druck im Oberbauch, Blähungen, Völlegefühl, Sodbrennen und Aufstoßen, sowie gegen Arthritis und Arteriosklerorse.

Radix Astragalus

Tragantwurzel wird sie in der europäischen Medizin genannt, Huang Qi in der chinesischen Medizin. Die Tragantwurzel stärkt neben dem Milz Qi vor allem das Abwehr Qi und wird bei Atemwegsinfektionen eingesetzt. Sie wirkt auf Milz und Lunge und ist thermisch leicht warm und süßlich im Geschmack. Die Tagesdosis beträgt 9-60 Gramm. Kochen Sie die Wurzel am besten in einem Teefilter in einer Suppe mit und entfernen sie sie vor dem Verzehr.

Sie wirkt außerdem blutverdünnend und krebshemmend und wird während der Chemo- und Strahlentherapie empfohlen, um die Nebenwirkungen zu lindern.

Die geheimnisvolle Welt der Pilze

Die chinesische Medizin kennt mehr als 70 Arten von Heilpilzen. Sie werden wegen ihrer antioxidativen Wirkung vor allem zur Stärkung des Immunsystems, zur Verlangsamung des Alterungsprozesses, in der Krebstherapie oder um Stress abzubauen, eingesetzt.

Champignons

Der Champignon stärkt und schützt die Leber und wird als Prävention von hormonabhängigen Krebsarten empfohlen, sowie bei erhöhten Blutfettwerten und bei erhöhtem Bluthochdruck. Champignons wirken erfrischend, beruhigen Hitze und bekämpfen Trockenheit. Sie helfen trockenen Husten oder zähem Schleim zu bekämpfen.

Shiitake – Pilz

Der Shiitake Pilz wird als „König der Heilpilze“ bezeichnet und kann sowohl als schmackhafter Speisepilz, als auch in getrockneter Form genossen werden. Er hat eine besonders stärkende Wirkung auf das Immunsystem. Außerdem wirkt er blutdrucksenkend, blutfettsenkend und unterstützt das Herz-Kreislaufsystem. Er wird weiters zur Unterstützung in der Brustkrebstherapie eingesetzt.

Reishi – Glänzender Lackporling

Ling Zhi (Japanisch: Reishi ) wird in der TCM als „Göttlicher Pilz der Unsterblichkeit“ bezeichnet. Er gilt in Asien als lebensverlängernd. Er stärkt das Immunsystem, verlangsamt den Alterungsprozess, wirkt beruhigend und hilft gegen Schlafstörungen, sowie bei Wechselbeschwerden. Außerdem wird er bei Atemwegserkrankungen, wie Bronchitis und Rhinitis empfohlen.

Heilpilzseminar mit Eva FaumaWer mehr über die faszinierende Welt der Heilpilze und deren Einsatz beim Kochen erfahren möchte, besucht am besten am 13.10.2016 den Kochworkshop und Vortrag Genuss und Medizin – Heilpilze mit Mag. Eva Fauma  von 18:00 – 22:00h im Kochstudio „die Pause“.

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Flüssiges Gold – Olivenöl

Flüssiges Gold – Olivenöl

Olivenöl, Foto von Fotolia (C) Angel Simon

Olivenöl (c) Fotolia: Angel Simon

Heute möchte ich ein bisschen Klarheit in die Mythen rund um das Kochen mit Olivenöl bringen. Bei mir ist Olivenöl in meinen Kochkursen und  privat in täglichem Gebrauch, da ich damit sowohl koche, als es auch für Marinaden oder Pesto verwende.

Die Wirkung von Olivenöl:

Je nach Qualität enthält Olivenöl zwischen 55 – und 83% einfach ungesättigte Fettsäuren, die als „Omega 9“ Fettsäuren bezeichnet werden. Diese wirken entzündungshemmend, immunstimulierend und wirken sich positiv auf das Gesamtcholesterin aus, was einen Schutz vor Herz- Kreislauferkrankungen darstellt. In geringerem Maße enthält Olivenöl auch ungesättigte Fettsäuren, in Form von „Omega 6“ und „Omega 3“ Fettsäuren. Diese spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Senkung des Cholesterinspiegels.

Bei der höchsten Qualitätsklasse dem Olio Extravergine d’Oliva spielen die nicht verseifbaren Bestandteile, die etwa 1-2% ausmachen, eine wichtige Rolle. Olivenöle der höchsten Qualitätsstufe enthalten unter anderem Vitamin E, Chlorophyll, Carotinide, Vitamin A und Polyphenole. Vor allem die Polyphenole machen das Öl resistent gegen oxidative Prozesse und wirken daher antioxidativ, sowie krebshemmend. Sie sind für das fruchtige Aroma und den Geschmack des Öls verantwortlich.

In der chinesischen Medizin gilt Olivenöl von der Temperatur her als neutral und ist dem Erdelement zugehörig. Es nährt Yin und Blut und befeuchtet den Dickdarm. Es wirkt gegen Trockenheit der Haut und der Schleimhäute. Außerdem beruhigt es Wind und Leber Feuer.

Die Qualitäten von Olivenöl:

Natives Olivenö extra (Extra Vergine) bezeichnet die höchste Qualitätsstufe. Es wird direkt aus ganz frischen Oliven binnen 20 Stunden nach der Ernte und ausschließlich mechanisch und kalt gepresst. Es hat einen sehr niedrigen Säuregehalt (max 0,8%) und ist sehr aromatisch. Bei der Verkostung schmeckt es sowohl fruchtig, als auch etwas bitter und scharf im Abgang. Um diese Geschmacksrichtungen zu schmecken, nimmt man aus einem leicht angewärmten Glas (Idealtemperatur für die Verkostung ist 28°C) einen kleinen Schluck und verteilt ihn mit der Zunge im Mund. Dann saugt man durch die geschlossenen Zähne zwei- bis dreimal kurz Luft in die Mundhöhle. Bei einem Olio Extravergine d’Oliva von guter Qualität spürt man nun ein Kitzeln und Brennen am Gaumen, sodass man wegen der Schärfe manchmal sogar husten muss. Diese Öle sind reich an Ployphenolen, die am resistentesten gegenüber oxidativen Prozessen sind, auch beim Erhitzen. Nur knapp 5- 8% der Ernte werden zu solchen Ölen verarbeitet.

Natives Olivenöl extra hat oft noch weitere Qualitätsmerkmale, die in den Bezeichnungen DOP (Denominazione d’Origine Protteta) oder IGP (Indicazione Geografica Protetta) mit dem Namen des Produzenten oder der Region, sowie einer Prüfnummer auf einer Banderole aufscheinen. Das stellt, ähnlich wie beim Wein, eine besondere Qualitätsgarantie dar. Entsprechend kostet der Liter dieses Öls auch ab ca. 30 Euro aufwärts.

Das native Olivenöl, die nächste Qualitätsstufe, wird genauso wie das Olio Extravergine hergestellt, nur können dafür auch weniger frische und leicht beschädigte Oliven verwendet werden. Der Säuregehalt liegt bei maximal 2% und es enthält viel weniger Polyphenole. Natives Olivenöl ist von mittlerer Qualität und eignet sich vor allem zum Kochen, da es preiswerter ist.

Wenn auf der Flasche nur Olivenöl  oder Oliventresteröl ohne „extra“ oder „nativ“ steht, handelt es sich um raffiniertes Olivenöl, das mit nativem Olivenöl oder nativem Olivenöl extra gemischt wird. Es müssen zwischen 5- 10% von höherwertigem Öl zugesetzt werden, damit es genießbar wird und der Säuregehalt darf bei maximal 1 % liegen.

Die Verwendung in der Küche:

Nun zum Mythos, dass man Olivenöl und vor allem das teure Olio Extravergine d’Oliva nicht zum Kochen und schon gar nicht zum Frittieren verwenden darf.

Jedes Öl hat einen individuellen Rauchpunkt. Der Rauchpunkt von Olio Extravergine d’Oliva liegt zwischen 190°C und 220°C und ist damit sogar recht hoch, denn frittiert wird bei Temperaturen von 140°C – 180°C je nach Wärmebeständigkeit des Gargutes.

Daher ist natives Olivenöl extra wunderbar zum Braten, Kochen und sogar zum Frittieren geeignet, es ist allerdings eine Preisfrage. Ein kleiner Trick ist daher, einem günstigeren Frittieröl, einen kleinen Anteil von Olio Extravergine d’Oliva hinzuzufügen, um so den Geschmack zu verbessern.

Extravergine Ölivenöl ist vor allem zum schnellen Anbraten ideal, weil es durch seinen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren sehr stabil ist. Auch wenn man nur sehr kleine Mengen verwendet, hält es der Hitze gut Stand.

Das Gold Italiens

Olivenöl, das Gold ItaliensWenn Sie nun Lust haben mehr über Olivenöl und die über 800 Sorten von Oliven, vor allem aus Italien, zu erfahren, empfehle ich Ihnen das Buch von Manuela und Dario Santangelo, „Das Gold Italiens“, das kürzlich in der Gusto Edition der Verlagsgruppe News erschienen ist.

Das Buch enthält alles Wissenswerte über die Geschichte, Gewinnung, Qualitäten und Wirkung von Olivenöl und im 2. Teil eine Menge toller Rezepte aus der italienischen Küche, wo Olivenöl natürlich eine essentielle Zutat ist.

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